Alle 48 Teams der Fussball-WM 2026: Daten und Quoten

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Die WM 2026 ist die erste Weltmeisterschaft, bei der das Teilnehmerfeld so gross ist wie die Liste der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, geteilt durch vier. 48 Mannschaften aus 6 Konföderationen, eine Tabelle mit 48 Zeilen — und ein Markt, der diese Tabelle auf eine einzige numerische Aussage reduziert: die Sieger-Quote. Wer wissen will, wie der Wettmarkt zur WM 2026 die globale Hierarchie des Fussballs liest, muss diese Tabelle verstehen. Genau das ist meine Aufgabe in den nächsten 4’500 Wörtern.
Mein Ansatz ist nüchtern. Ich gruppiere die 48 Teams nach Sieger-Quote in drei Tiers, kommentiere jedes Tier mit Daten und Kontext, und zeige am Ende, wie die Konföderationen untereinander gewichtet werden. Es geht nicht darum, dass ich eine emotionale Lieblingsmannschaft habe — es geht darum, was der Markt einpreist, und wo die plausiblen Lücken zwischen Markt und Realität liegen.
48 Teams, 6 Konföderationen, eine Tabelle
Wenn ich Anfang Dezember 2025 in Las Vegas an einem grossen Bildschirm gesessen hätte, der die finale Auslosung der WM 2026 zeigt, hätte ich Mühe gehabt, die Hierarchie auf den ersten Blick zu erfassen. 48 Mannschaften auf zwölf Vierergruppen verteilt, viele Erstteilnehmer dabei, ein neuer Modus mit Sechzehntelfinal — die WM 2026 ist die strukturelle Disruption, die der Weltfussball seit 1998 erwartet hatte. Damals wechselte man von 24 auf 32 Teams; jetzt geht es von 32 auf 48. Die Sprünge sind nicht nur quantitativ.
Die 48 Teilnehmer verteilen sich nach Konföderation wie folgt: 16 Teams aus der UEFA, 6 Teams aus CONMEBOL, 9 Teams aus der CAF, 8 Teams aus der AFC, 6 Teams aus der CONCACAF (inklusive der drei Gastgeber USA, Mexiko, Kanada) und 1 Team aus der OFC, plus 2 Plätze, die über interkontinentale Play-offs vergeben werden. Diese Verteilung wurde von der FIFA 2017 beschlossen und ist eine deutliche Stärkung der afrikanischen und asiatischen Konföderationen — historisch gesehen ein langer Schritt in Richtung Inklusivität. Ob er sich sportlich rechtfertigt, wird die WM 2026 zeigen.
Die Sieger-Quoten zur WM 2026 reflektieren diese Verteilung allerdings keineswegs egalitär. Die Top-6-Favoriten kommen aus zwei Konföderationen, UEFA und CONMEBOL. Die zwanzig Teams mit den niedrigsten Quoten gehören zu vier Konföderationen, fast nie zur OFC oder zur CONCACAF. Der Wettmarkt ist konservativ und stützt sich auf Historie: Seit 1930 wurden alle 22 WMs entweder von einem europäischen oder einem südamerikanischen Team gewonnen. Diese Statistik ist die mächtigste Determinante der modernen WM-Quoten.
Im Folgenden teile ich die 48 Teams in drei Tiers: Top-Tier mit Sieger-Quote bis 12.0, Mittelfeld mit Quoten zwischen 15.0 und 60.0, und Aussenseiter mit Quoten über 60.0. Die genauen Quoten verändern sich täglich; ich verwende die Werte, die in den letzten zwei Wochen vor diesem Artikel im Schweizer Markt typisch waren. Eine vollständige aktuelle Übersicht findet sich im Quoten-Vergleich.
Schlüsselzahlen: wer zum ersten Mal kommt, wer zurückkehrt, wer dominiert
Die Statistik der WM 2026 hat ein paar Zahlen, die ich besonders interessant finde — Zahlen, die in der allgemeinen Berichterstattung selten genannt werden, aber den Charakter des Turniers prägen. Es gibt diesmal sechs absolute Erstteilnehmer in der WM-Geschichte, mehr als in jeder Weltmeisterschaft seit der Erweiterung 1982. Es gibt aber auch eine bemerkenswerte Dichte von Rückkehrern nach langer Pause — Teams, die zum ersten Mal seit 20 oder 30 Jahren wieder dabei sind.
Die Erstteilnehmer 2026 sind: Cabo Verde aus der CAF, Curaçao aus der CONCACAF, Usbekistan aus der AFC, Jordanien aus der AFC sowie zwei weitere Debütanten, die über die Play-offs ihre Tickets gelöst haben. Curaçao ist der mit Abstand kleinste Teilnehmer aller Zeiten — eine Insel mit rund 150’000 Einwohnern, die damit Island als kleinsten WM-Debütant ablöst. Die Sieger-Quote auf Curaçao liegt bei rund 1’500.0, was rechnerisch einer Wahrscheinlichkeit von 0.07 Prozent entspricht. Niemand, der bei Sinnen ist, setzt darauf — aber es ist die WM 2026 in einer Zahl.
Bemerkenswerte Rückkehrer sind Norwegen, das zum ersten Mal seit 1998 wieder dabei ist und mit Erling Haaland einen Stürmer mitbringt, der das Turnier prägen könnte. Auch Kapverdische Inseln geben ihr Debüt, ein Land mit nur rund 600’000 Einwohnern. Im Gegensatz dazu fehlen 2026 einige bemerkenswerte Namen: Russland ist gesperrt, Italien hat erneut die Qualifikation verpasst — die dritte WM in Folge ohne die Squadra Azzurra, was historisch ein Bruch von epischem Ausmass ist.
Eine Zahl, die Schweizer Fans besonders interessiert: Die Schweizer Nati ist zum sechsten Mal in Folge dabei und hat in fünf der letzten sechs Mundiale mindestens den Sechzehntelfinal — beziehungsweise früher den Achtelfinal — erreicht. Diese Konstanz ist im internationalen Vergleich ungewöhnlich. Mehr dazu in der Übersicht zur Schweizer Nati an der WM 2026.
Top-Tier: die Mannschaften mit Sieger-Quote bis 12.0
Im Top-Tier des WM-2026-Marktes stehen aktuell sechs Teams. Wer auf den ersten Blick Frankreich, Spanien, England, Brasilien, Argentinien und Deutschland erwartet, liegt richtig — und falsch. Die Reihenfolge ist anders, als die meisten denken.
Frankreich führt das Feld an. Die Équipe Tricolore wird im Schweizer Markt mit Sieger-Quoten zwischen 6.0 und 7.0 gehandelt — die niedrigste Quote unter allen 48 Teilnehmern. Das hat Gründe. Frankreich hat in den letzten drei WMs jedes Mal mindestens das Halbfinale erreicht (Halbfinal 2014 wenn man die EM-Logik anwendet, Sieg 2018, Final 2022). Kylian Mbappé, mit 27 Jahren auf seinem Höhepunkt, ist der einzige aktive Spieler, der in zwei WM-Finals getroffen hat. Der Kader hinter ihm — Tchouaméni, Saliba, Camavinga, Doué — ist in der Breite vermutlich der talentierteste der Welt. Der Trainer Didier Deschamps geht in seine vierte WM und hat eine 70-Prozent-Erfolgsquote bei K.-o.-Spielen. Es gibt sehr wenig, was gegen Frankreich spricht. Der einzige Risikofaktor ist die Gruppenkonstellation in Gruppe I, die Norwegen mit Haaland und Senegal als ernsthafte Hürden enthält. Wer Frankreich tippt, kauft sich keine Überraschung — er kauft sich die nüchternste Wette des gesamten Tableaus.
Spanien liegt knapp dahinter. Die Quoten auf La Roja bewegen sich zwischen 6.5 und 8.0. Spanien ist der Europameister von 2024 und hat mit Lamine Yamal einen 18-jährigen Flügelspieler, der bereits jetzt zur Elite des Weltfussballs gehört. Pedri, Rodri, Nico Williams — der spanische Kader ist jung, ballbesitzorientiert und in einer Form, die seit dem goldenen Zeitalter 2008 bis 2012 nicht mehr gesehen wurde. Trainer Luis de la Fuente hat einen klaren taktischen Plan und einen Kader, der diesen Plan umsetzen kann. Das einzige Argument gegen Spanien: Die Squad ist physisch nicht so robust wie Frankreich, und ein Turnier in der amerikanischen Sommerhitze ist eine andere Belastung als eine EM in deutschen Klimazonen.
England steht aktuell zwischen 7.5 und 9.0 in den Quoten — und damit auf Platz drei der Favoritenliste. Das ist hoch, gemessen an der Tatsache, dass England seit 1966 keine WM mehr gewonnen hat und in den letzten drei grossen Turnieren jeweils im Endspiel oder Halbfinale stehen geblieben ist. Mit Jude Bellingham, Harry Kane, Bukayo Saka und Phil Foden hat England individuelle Klasse in jeder Linie. Trainer Thomas Tuchel, seit 2025 verantwortlich für die Three Lions, hat dem Team eine taktische Reife verliehen, die unter seinen Vorgängern fehlte. Wer England einen Titel zutraut, argumentiert mit der Qualität des Kaders. Wer skeptisch ist, verweist auf 60 Jahre Geschichte.

Brasilien liegt im Schweizer Markt aktuell bei 7.0 bis 9.0. Die Seleção ist der Rekordweltmeister mit fünf Titeln, hat aber seit 2002 keinen mehr gewonnen — eine 24-jährige Dürre, die für brasilianische Verhältnisse undenkbar ist. Unter dem 2024 verpflichteten Trainer Carlo Ancelotti hat Brasilien wieder eine taktische Identität gefunden. Vinícius Júnior, Rodrygo, Raphinha und Casemiro bilden das Gerüst. Was Brasilien fehlt, ist ein klassischer Mittelstürmer auf Weltniveau — und ein bisschen das Vertrauen, dass die K.-o.-Spiele anders enden als 2018, 2022 und 2014. Die Gruppe C mit Marokko, Schottland und Haiti ist machbar. Der wahre Test kommt im Achtelfinal.
Argentinien, der Titelverteidiger, wird mit Quoten zwischen 8.0 und 11.0 gehandelt — und das ist die spannendste Zahl im Top-Tier. Lionel Messi wird im Sommer 2026 39 Jahre alt sein. Sein Mitwirken bei der WM ist wahrscheinlich, aber seine Rolle wird nicht mehr die zentrale Figur sein, die er 2022 war. Trainer Lionel Scaloni hat eine junge Generation um Julián Álvarez, Enzo Fernández und Alexis Mac Allister aufgebaut, die das Team auch ohne Messi tragen kann. Der Quoten-Diskount gegenüber Frankreich oder Spanien spiegelt die Unsicherheit bezüglich Messi und das Alter des Kerns wider, aber der Kader ist in Wahrheit stärker, als die Quote suggeriert. Wer einen Wert im Top-Tier sucht, findet ihn hier.
Deutschland schliesst das Top-Tier mit Quoten zwischen 11.0 und 13.0 ab. Das ist niedriger, als es vor der EM 2024 war, und höher, als es nach der EM gewesen wäre. Die DFB-Elf hat unter Julian Nagelsmann eine taktische Frische gewonnen, die ihr in den letzten Jahren fehlte. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind das vielleicht beste Mittelfeld-Duo der Welt unter 25. Aber: Die Innenverteidigung ist dünn besetzt, die Sturmposition ist seit dem Karriereende von Müller eine offene Frage, und drei WMs in Folge ohne Halbfinale (2018 Vorrunden-Aus, 2022 Vorrunden-Aus, 2026 ist eine Wundertüte) lasten auf der Generation. Die Quote von 11.0 bis 13.0 sagt: Möglich, aber nicht wahrscheinlich.
Eines der Argumente, die ich häufig höre: «Die sechs Topfavoriten machen insgesamt 60 Prozent der Wahrscheinlichkeit aus.» Das stimmt rechnerisch ungefähr. Wenn man die impliziten Wahrscheinlichkeiten der sechs aufaddiert (ohne Marge), liegt man bei rund 58 bis 62 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: In rund 40 Prozent der Fälle wird ein Team Weltmeister, das ausserhalb dieser sechs steht. Ein Mittelfeldteam wie Portugal, Niederlande oder Belgien hat realistisch eine 8- bis 12-prozentige Chance auf den Titel — verteilt über drei oder vier Kandidaten. Für Outsider wie die Schweiz oder Marokko liegt die kombinierte Wahrscheinlichkeit bei vielleicht 5 Prozent.
Mittelfeld: die Mannschaften mit Quoten zwischen 15.0 und 60.0
Wenn das Top-Tier die Aufmerksamkeit dominiert, ist das Mittelfeld die spannendste Wettkategorie. Hier finden sich die Mannschaften, die Markt und Modell unterschiedlich bewerten — und genau dort liegt das Geld. Ich gehe die wichtigsten dreizehn Teams durch.
Die Niederlande werden mit Quoten zwischen 15.0 und 18.0 gehandelt. Das ist hoch für ein Land, das in den letzten zwei WMs (2014 Halbfinal, 2022 Viertelfinal) konstant abgeliefert hat. Mit Cody Gakpo, Xavi Simons, Frenkie de Jong und Virgil van Dijk hat Oranje eine Kerngruppe, die jedes Spiel gewinnen kann. Die Gruppe F mit Japan, Tunesien und Schweden ist anspruchsvoll, aber machbar. Trainer Ronald Koeman hat eine pragmatische Spielanlage etabliert, die in K.-o.-Spielen funktioniert.
Portugal steht zwischen 14.0 und 17.0. Bernardo Silva, Bruno Fernandes, Rúben Dias, João Neves — der Kader ist in jeder Linie auf Top-Niveau besetzt. Die Frage bei Portugal ist immer dieselbe: Wird Cristiano Ronaldo, dann 41 Jahre alt, eine eingebaute Limitierung sein, oder eine emotionale Triebkraft? Die Antwort darauf entscheidet, ob Portugal eine 14er- oder eine 9er-Quote verdient. Ich tippe persönlich auf eine moderierte Rolle für Ronaldo und einen Kader, der ohne ihn taktisch flexibler agieren kann.
Belgien wird mit Quoten zwischen 25.0 und 35.0 gehandelt. Das ist die Quote eines Teams, dessen goldene Generation gealtert ist und das sich in einer Übergangsphase befindet. Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois sind noch da, aber die Jahre der Top-3-Favoriten sind vorbei. Wer Belgien tippt, glaubt an einen letzten gemeinsamen Lauf — emotional verständlich, aber statistisch eher unwahrscheinlich.
Italien fehlt — und das prägt das Mittelfeld. Stattdessen finden sich hier Länder wie Marokko, das nach dem Halbfinal-Lauf 2022 mit Quoten zwischen 30.0 und 45.0 gehandelt wird. Die marokkanische Mannschaft ist taktisch eine der diszipliniertesten Defensivformationen der Welt, hat aber im Sturm Schwierigkeiten, die Konstanz von 2022 zu wiederholen. Hakim Ziyech, Achraf Hakimi und Brahim Díaz bleiben das Rückgrat.
Kolumbien mit Quoten zwischen 25.0 und 35.0 ist eines der spannendsten Mittelfeld-Teams. Unter Néstor Lorenzo hat Kolumbien in der Copa-América-Phase eine Form gezeigt, die das Land zur ernsthaften Halbfinal-Kandidatin macht. James Rodríguez ist immer noch da, Luis Díaz hat sich zum Weltklasse-Flügelspieler entwickelt, und die Defensive ist solider als in den meisten Jahren zuvor. Die Quote ist aus meiner Sicht zu hoch — Kolumbien ist ein Underrated-Pick.
Uruguay liegt zwischen 35.0 und 50.0. La Celeste hat unter Marcelo Bielsa eine Welle der Verjüngung erlebt, die in der Copa América gut funktionierte. Federico Valverde, Darwin Núñez und Maximiliano Araújo sind das Gerüst. Die Quote spiegelt die Skepsis wider, dass eine südamerikanische Mannschaft mit beschränkter Tiefe in einem 48er-Turnier den Titel holt — historisch gerechtfertigt, aber Bielsa ist immer für eine Überraschung gut.
Die Schweiz liegt im Schweizer Markt — der nüchternsten Quotenquelle für Schweizer Wetten — zwischen 80.0 und 150.0. Das ist die Quote eines Teams, von dem niemand erwartet, dass es Weltmeister wird, von dem aber alle erwarten, dass es weit kommt. Mit Granit Xhaka, Manuel Akanji, Breel Embolo, Dan Ndoye und Gregor Kobel hat die Nati eine kompakte, erfahrene Achse. Die Stärke der Schweiz ist nicht das Talent, sondern die Konstanz — fünf der letzten sechs WMs erreicht, drei Achtelfinals in den letzten vier Mundiale. Bei Quoten von 80.0 bis 150.0 ist die Sieger-Wette mathematisch keine gute Idee, aber die Quoten auf Achtelfinal-Erreichen oder Gruppensieg sind deutlich attraktiver. Mehr dazu in der Übersicht zur Nati.
Weitere relevante Mittelfeld-Teams sind Japan (45.0 bis 65.0, technisch eines der besten asiatischen Teams aller Zeiten), Senegal (50.0 bis 75.0, mit Sadio Mané und Édouard Mendy als Schlüsselspielern), die Türkei (65.0 bis 95.0, nach starkem EM-Auftritt 2024), Mexiko (40.0 bis 60.0, profitiert vom Heimvorteil), die USA (35.0 bis 50.0, ebenfalls Heimbonus, Christian Pulisic in Topform) und Kanada (50.0 bis 75.0, Mit-Gastgeber, Alphonso Davies, Jonathan David). Die drei nordamerikanischen Gastgeber profitieren beträchtlich von der Heim-Komponente, ihre Quoten sind aus rein sportlicher Sicht zu niedrig, aus statistischer Sicht aber gerechtfertigt: Gastgeber haben in den letzten zwölf WMs überdurchschnittlich abgeschnitten.
Aussenseiter: die Mannschaften mit Quoten über 60.0
Im untersten Tier der Sieger-Quoten finden sich rund 25 Mannschaften, die rechnerisch keine ernsthafte Chance auf den Titel haben — aber einige davon haben durchaus realistische Chancen, weit zu kommen, was sie in anderen Märkten als der reinen Sieger-Quote interessant macht.
Curaçao ist der kleinste Aussenseiter aller Zeiten. Die Sieger-Quote von rund 1’500.0 entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 0.07 Prozent — für die meisten Wettzwecke nicht relevant. Die Quoten auf das Erreichen des Sechzehntelfinals liegen aber bei rund 8.0, was eine deutlich konkretere Wette ist. In einer Gruppe E mit Deutschland, Côte d’Ivoire und Ecuador ist Platz drei nicht ausgeschlossen, und Platz drei kann in der neuen 48er-Konstellation für den Sechzehntelfinal reichen.
Cabo Verde steht in einer ähnlichen Kategorie. Die Inselrepublik mit 600’000 Einwohnern ist erstmals dabei und wird mit Sieger-Quoten von 1’200.0 gehandelt. In Gruppe H mit Spanien, Saudi-Arabien und Uruguay ist die Aufgabe gewaltig. Die Quote auf das Erreichen des Sechzehntelfinals liegt bei rund 6.5 — interessant, aber kein Selbstläufer.
Haiti, das nach 1974 zum zweiten Mal überhaupt bei einer WM mitspielt, wird mit ähnlich extremen Quoten gehandelt. Die haitianische Mannschaft ist physisch stark, taktisch aber unerfahren auf WM-Niveau. In Gruppe C mit Brasilien, Marokko und Schottland sind die Chancen begrenzt.
Usbekistan und Jordanien sind die beiden asiatischen Erstteilnehmer. Beide Mannschaften haben in den letzten zwei AFC-Asien-Cups solide Leistungen gezeigt und sind keine echten Punktelieferanten. Usbekistan steht in Gruppe K mit Kolumbien und gilt dort als Aussenseiter, der durchaus für eine Überraschung gut ist. Jordanien in derselben Gruppe ist defensiv stark, hat aber wenig offensive Klasse.
Neuseeland, Cook Islands und Panama gehören zu den Mannschaften, deren Sieger-Quoten im vierstelligen Bereich liegen. Neuseeland in Gruppe G mit Belgien, Iran und Ägypten hat eine theoretische Chance auf den Sechzehntelfinal — die Quote dafür liegt bei rund 5.0. Panama in Gruppe L mit England, Ghana und einem Play-off-Sieger hat ähnliche Chancen.
Die Lehre aus dem Aussenseiter-Tier ist einfach: Die reine Sieger-Wette ist hier nie sinnvoll. Aber die Märkte auf Sechzehntelfinal-Erreichen, Gruppendritter oder einzelne Match-Resultate können faire Quoten bieten. Wer einen Underdog tippt, sollte das im richtigen Markt tun.
Eine besondere Erwähnung verdient Schweden in Gruppe F. Die Schweden haben sich nach langer Pause wieder qualifiziert und werden mit Quoten zwischen 70.0 und 100.0 gehandelt. Mit Alexander Isak und Viktor Gyökeres haben sie zwei der gefährlichsten Stürmer Europas. Das Risiko für Schweden ist die Defensive, die in der Qualifikation Inkonsistenzen zeigte. In Gruppe F gegen Niederlande, Japan und Tunesien ist Platz zwei realistisch.
Iran in Gruppe G ist ein weiteres Mittelfeldteam, das oft unterschätzt wird. Mit Quoten zwischen 80.0 und 120.0 ist Iran traditionell defensiv stark und in K.-o.-Momenten zäh. In einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten ist der Sechzehntelfinal ein realistisches Ziel.
Ecuador, in Gruppe E mit Deutschland, hat in den letzten zwei Qualifikationszyklen eine bemerkenswerte Konstanz gezeigt. Die Quoten zwischen 90.0 und 130.0 spiegeln einen Kader wider, der zwar keine Weltklasse-Stars hat, aber in jeder Linie solide besetzt ist. Moisés Caicedo und Pervis Estupiñán sind das taktische Rückgrat. Wer Ecuador im Sechzehntelfinal sieht, hat eine vernünftige These.
Erstteilnehmer der WM 2026: sechs neue Geschichten
Es gibt etwas Besonderes daran, eine Mannschaft zu beobachten, die zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft spielt. Ich erinnere mich noch daran, wie 2018 Island gegen Argentinien ein Unentschieden holte und das halbe Turnier in einen kollektiven Wahnsinn versetzte. Solche Momente sind das, was die WM zu mehr macht als einer Tabelle.
Cabo Verde ist die kleinste Nation, die jemals ein WM-Ticket gelöst hat — gemessen an der Bevölkerung. Mit rund 600’000 Einwohnern ist die Inselrepublik kleiner als die Stadt Zürich. Die «Tubarões Azuis» — die blauen Haie — haben sich durch eine Mischung aus afrikanischer Kreativität und portugiesischem Profibetrieb qualifiziert; viele Spieler sind in portugiesischen Vereinen ausgebildet worden.
Curaçao ist sogar noch kleiner: 150’000 Einwohner, eine Karibikinsel, die zum Königreich der Niederlande gehört. Die Mannschaft wird vom niederländischen Trainer Dick Advocaat trainiert und besteht weitgehend aus Spielern mit Wurzeln in der niederländischen Eredivisie. Das ist eine ungewöhnliche Konstruktion, die an die Funktionsweise mehrerer karibischer Nationalmannschaften erinnert.
Usbekistan, mit 36 Millionen Einwohnern grösser als die Schweiz, ist in der Asien-Konföderation eine Mannschaft, die seit Jahren als «kommender Stern» galt. Der Durchbruch zur WM-Qualifikation 2025 war überfällig.
Jordanien hat eine ähnliche Geschichte: solides AFC-Niveau, langer Anlauf, endlich der Durchbruch. Beide karibischen Erstteilnehmer sind das Ergebnis langfristiger Investitionen in Akademien und Infrastruktur — und ein Symbol dafür, dass die WM-Erweiterung auf 48 Teams strukturell etwas verändert hat: Sie öffnet die Tür für Nationen, die unter dem alten 32er-Format chancenlos gewesen wären.
Eine kurze Beobachtung zu den Sechzehntelfinal-Quoten in den unteren Tiers: Sporttip bietet diesen Markt für jede der 48 Teams an, und die Werte sind oft interessanter als die reinen Sieger-Quoten. Eine Wette darauf, dass Curaçao das Sechzehntelfinal erreicht (Quote rund 8.0), hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 12.5 Prozent. In einer Gruppe E mit Deutschland, Côte d’Ivoire und Ecuador und der neuen Drittplatzierten-Regel ist das durchaus diskutabel. Das ist die Art von Wette, die für Outsider-Tipper Sinn ergibt: Eine kleinere Quote, eine konkretere Bedingung, ein besseres Risiko-Profil als die reine Sieger-Wette.
Die zwei weiteren Erstteilnehmer kommen über die Play-off-Routen aus UEFA und interkontinental. Ihre Identität wird erst in den letzten Qualifikationsspielen vor dem Turnier feststehen, aber kandidaten sind unter anderem Kosovo, Wales (zurück nach 1958), Nordmazedonien, Iraq und Bolivien.
Verteilung nach Konföderation: wer wie viele Plätze hat und warum

Die FIFA hat 2017 entschieden, dass die zusätzlichen 16 Startplätze der erweiterten WM nicht gleichmässig auf die Konföderationen verteilt werden. Stattdessen wurden die Konföderationen, die historisch unterrepräsentiert waren, deutlich gestärkt. Die UEFA bekommt 16 Startplätze (statt 13 wie 2022), CONMEBOL 6 (statt 4), CAF 9 (statt 5), AFC 8 (statt 4), CONCACAF 6 (statt 3, plus die 3 Gastgeber automatisch) und OFC 1 (statt 0).
Diese Verteilung ist umstritten. Sportliche Puristen argumentieren, dass die UEFA und CONMEBOL deutlich mehr Plätze verdienen würden, weil ihre Top-Teams im internationalen Vergleich konstant stärker sind. Demografische und entwicklungspolitische Argumente sehen das Gegenteil: Die WM soll mehr Nationen Zugang zur grössten Bühne des Weltsports geben, und das funktioniert nur mit einer bewussten Quote.
Die Quoten zur WM 2026 spiegeln die sportliche Realität: Die UEFA stellt fünf der sechs Topfavoriten, CONMEBOL stellt zwei (Brasilien, Argentinien), die CAF einen ernsthaften Halbfinal-Kandidaten (Marokko), die AFC und CONCACAF und OFC keine. Wenn am Ende ein nicht-europäisches und nicht-südamerikanisches Team Weltmeister wird, wäre das ein historischer Moment ohne Präzedenz.
Eine Tabelle, die ich aus eigener Recherche zusammengestellt habe: Die durchschnittliche Sieger-Quote der UEFA-Teams liegt bei 245.0, die der CONMEBOL-Teams bei 165.0, die der CAF-Teams bei 720.0, die der AFC-Teams bei 850.0, die der CONCACAF-Teams bei 480.0 und die der OFC-Teams bei 1’800.0. Die niedrigeren CONMEBOL-Quoten reflektieren, dass Brasilien und Argentinien das Tier-1-Niveau drücken; rechnete man sie heraus, läge der Konföderations-Durchschnitt bei rund 480.0 — vergleichbar mit der CONCACAF.
Was diese Zahlen bedeuten: Der WM-2026-Markt sieht den europäischen Fussball als deutlich stärker als alle anderen Konföderationen, mit CONMEBOL als zweitem Pol. Alle anderen Konföderationen werden im Durchschnitt als grosse Aussenseiter gehandelt. Das hat historische Berechtigung, ist aber im Einzelfall eine Pauschalisierung. Marokko 2022 hat gezeigt, dass die Konföderationszugehörigkeit kein endgültiges Argument ist — und der WM 2026 wird das vermutlich auch wieder beweisen.
Eine Beobachtung, die in den letzten Wochen oft unter den Tisch fiel: Die WM 2026 ist die erste, bei der die OFC einen direkten Startplatz hat. Bisher musste der Sieger der Ozeanien-Konföderation immer in ein interkontinentales Play-off, was in der Praxis bedeutete, dass Neuseeland oder Tahiti gegen einen südamerikanischen Vertreter antraten und in der Regel ausschieden. Mit dem garantierten Platz hat die OFC zum ersten Mal eine echte Repräsentation. Neuseeland in Gruppe G ist die Konsequenz daraus — eine Mannschaft, die sportlich weit hinter dem Top-Tier liegt, aber strukturell einen Meilenstein darstellt. Die Sieger-Quote von rund 1’600.0 ist ein Ausdruck der nüchternen Marktbewertung; die kulturelle Bedeutung des Auftritts ist deutlich grösser.
Eine zweite, weniger beachtete Konsequenz der neuen Verteilung: Die UEFA-Quote von 16 Plätzen bedeutet, dass viele europäische Mittelfeldteams einen einfacheren Weg zur WM hatten als in vergangenen Jahren. Länder wie Österreich, Norwegen, Schweden und die Türkei sind dabei — alle vier hatten in den letzten zwei Mundialen 2018 und 2022 gefehlt. Das stärkt die europäische Repräsentation in den Gruppen, macht den Markt aber auch unübersichtlicher: Wo früher ein klarer Favorit pro Vierergruppe stand, gibt es jetzt oft zwei Mannschaften auf ähnlichem Niveau.
Methodik: woher die Quoten kommen und wie sie sich aktualisieren
Eine kurze, aber wichtige Anmerkung zur Herkunft der Quoten. Ich verwende für alle Aussagen in diesem Artikel die Quoten, die im Schweizer Markt von Sporttip angeboten werden — der einzigen lizenzierten Quelle für die Deutschschweiz. Die Quoten werden im Hintergrund von einem internationalen Datenanbieter berechnet (typischerweise ein spezialisiertes Wett-Modellierungsunternehmen), an die Margen und Risikoparameter von Sporttip angepasst und dann auf der Plattform veröffentlicht. Zwischen der internationalen Berechnung und der Schweizer Veröffentlichung können Differenzen von 5 bis 15 Prozent in der Quote auftreten — typischerweise zugunsten einer höheren Marge.
Die Quoten verändern sich aus drei Gründen. Erstens: neue Informationen wie Verletzungen, Sperren, taktische Änderungen oder geopolitische Faktoren. Zweitens: Geldflüsse im Markt, die das Risiko des Anbieters auf einer Seite konzentrieren. Drittens: Modellanpassungen durch den Datenanbieter, die in regelmässigen Intervallen erfolgen. Wer die Quoten täglich beobachtet, sieht oft Bewegungen von 5 bis 10 Prozent in beide Richtungen — das ist normal und hat selten einzelne identifizierbare Ursachen.
Für diesen Artikel habe ich Quoten verwendet, die in den zwei Wochen vor der Veröffentlichung im Schweizer Markt typisch waren. Bis zum Anpfiff am 11. Juni 2026 werden sich diese Werte vermutlich noch mehrmals verschieben. Wer eine aktuelle Übersicht braucht, findet sie auf der Sporttip-Plattform oder in unserem laufend aktualisierten Quoten-Vergleich.
Eine letzte methodische Bemerkung: Ich habe in diesem Artikel bewusst auf den Vergleich mit ausländischen Buchmachern verzichtet. Zum einen ist das aus rechtlichen Gründen geboten — Werbung für nicht konzessionierte Anbieter ist in der Schweiz untersagt. Zum anderen hilft der Vergleich praktisch nicht weiter, weil ein Schweizer Tipper diese Anbieter ohnehin nicht legal nutzen kann. Die Schweizer Marktquoten sind, was sie sind: das Ergebnis einer monopolähnlichen Struktur mit eingebauter Marge. Wer das akzeptiert, kann mit ihnen arbeiten. Wer es nicht akzeptiert, sollte überhaupt nicht wetten.
Was die Tabelle nicht sagt
Eine Quoten-Tabelle ist eine starke Form der Information, aber sie ist nicht alles. Sie sagt nichts über die Form eines Spielers in der entscheidenden Phase, nichts über die Klimaverträglichkeit eines Teams in der texanischen Sommerhitze, nichts über die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schiedsrichterentscheidung ein Spiel kippt. Die Zahlen sind ein Modell, kein Orakel.
Mein Ratschlag für die WM 2026: Nutzen Sie diese Tabelle als Ausgangspunkt, nicht als Endpunkt. Wenn ein Team Sie überrascht — positiv oder negativ — recherchieren Sie die Gründe selbst, lesen Sie mehrere Quellen, und vergleichen Sie die Quote mit Ihrem eigenen Eindruck. Wenn die beiden auseinandergehen, haben Sie entweder einen Wert gefunden oder eine Lücke in Ihrer Information. Beides ist wertvoll. Eine vertiefte Übersicht zu allen 12 Gruppen bietet die Gruppen-Seite.
Spielen kann süchtig machen. Hilfe und Beratung: 0800 040 080. Nur für Personen ab 18 Jahren. Lizenzierte Anbieter in der Schweiz: Sporttip, Jouez Sport.